ExUS_2020


Das im Jahr 2010 durchgeführte Forschungsprojekt "ExUS" (Extremwertstatistische Untersuchung von Starkniederschlägen in NRW) wird derzeit aktualisiert und fortgeschrieben.
Damals wurden für den Zeitraum von 1950-2008 ca. 600 Niederschlagsstationen (davon ca. 200 kontinuierlich aufzeichnende und ca. 400 Tageswertstationen) daraufhin untersucht, wie sich die Niederschlagssummen in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben, ob sich die Verteilung des Niederschlags verändert hat, ob Starkregen häufiger oder intensiver auftreten und ob sich eine Änderung der statistischen Regenhöhen nachweisen lässt.

Die Ergebnisse dienen als Grundlage für wasserwirtschaftliche Bewertungen und Planungen, z. B. im Bereich der Kanal- und Bauwerksdimensionierung, zum Überflutungsschutz, zur Starkregenvorsorge, zur Talsperrenbewirtschaftung wie auch zur Klimaanpassungsplanung. Eine Neuauflage mit Erweiterung des zeitlichen und inhaltlichen Untersuchungsumfangs ist daher notwendig. Da mittlerweile 10 weitere Jahre an Messdaten sowie hochaufgelöste Radarniederschlagsdaten zur Verfügung stehen, ist die Fortschreibung des Projektes zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll und durch die aktuelle Entwicklung des Klimawandels zwingend erforderlich.


Mit einbezogen in die neue Studie werden nun auch klimatologische Daten wie z. B. Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Phänologie, so dass Aussagen zur möglichen Entstehung von Trocken- und Niedrigwasserphasen getroffen werden können, die z. B. für die Bewirtschaftungsplanung von großer Bedeutung sind. Außerdem werden die Ergebnisse aus heutigen regionalen Klimamodellen z. B. ReKliEs-De in die Untersuchung miteinbezogen. Es wird untersucht, ob die Projektionen bereits in den real gemessenen Daten wiederzufinden sind.
Um die Studie durchzuführen, wurde zwischen dem LANUV NRW und den Unternehmen dr. papadakis GmbH, aqua_plan GmbH und hydro & meteo GmbH & Co.KG sowie Prof. Dr. Markus Quirmbach eine Kooperation geschlossen.


Die Ergebnisse sollen Ende 2020 neben einem Abschlussbericht auch über das Internet als Web-basierte Ergebnisdarstellung der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.